Brauch ich einen sexuellen Fetisch?

Spätestens seit Shades of Grey scheint es zum guten Ton zu gehören, sich einen sexuellen Fetisch zuzulegen. Als „Normalliebender“ kommt man sich da manchmal regelrecht langweilig vor. Ich habe mich deshalb mal ein bisschen umgesehen, welcher Fetisch für mich geeignet sein könnte…

Bondage

Ich muss ja zugeben: Eine hübsche Frau in Dessous, willenlos an mein Bett gefesselt, das regt meine Fantasie schon an! Die Bilder, die allerdings bei einer Google-Suche erscheinen, sind doch eher verstörend für mich. Wie viele Stunden braucht man, um diese kunstvollen Verknotungen hinzubekommen? Und kriegt man die auch wieder auf? Ich glaube, da bin ich Weichei und beginne meine diesbezüglichen Experimente doch eher mit zarten Seidentüchern und Plüschhandschellen. Das steigert auch meine Chancen beträchtlich, damit bei meiner Freundin durch die Tür zu kommen. Aber wer weiß: Vielleicht steigen wir in die Fortgeschrittenenvariante dann auch noch ein, da sind schon einige interessante Knoten dabei…

BDSM

Klar, von Sado-Maso-Spielchen hat jeder gewisse Vorstellungen. Meine Erkenntnis nach etwas intensiveren Recherchen: Da steckt viel mehr dahinter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat! Es geht meistens gar nicht darum, jemanden (oder sich selbst) zu quälen, sondern um gemeinsame – einvernehmliche! – erotische Höhenflüge mit Sicherheitswörtern und (jedenfalls zu Beginn) viel vorsichtigem Herantasten. Vertrauen scheint eine ganz zentrale Rolle zu spielen. Klar: Auch da gibt es die anderen, die es einfach nur anmacht, wenn jemand anderes möglichst stark leidet. Aber das scheint bei Menschen mit einer halbwegs gesunden Entwicklung nur selten der Fall zu sein. Eine faszinierende, mitunter auch erschreckende Welt, deren erste Schritte durchaus interessant sein könnten!

Fuß-, Haar- oder Busenfetischismus

Gibt es hier irgendeinen Mann – außer aktuell vielleicht dem Braten Peter -, der keine Brüste mag? Ich gebe gerne zu, dass ich nicht der Typ Mann bin, der Frauen zuerst in die Augen schaut. Die Brüste einer Frau nehmen für mich im Liebesspiel eine recht zentrale Rolle ein. Bin ich jetzt ein Busenfetischist? Im medizinischen Sinne sicher nicht, denn da beginnt ein (möglicherweise behandlungsbedürftiger) Fetischismus erst, wenn Sex ohne den Fetisch erschwert oder gar nicht mehr möglich ist. Aber die umgangssprachliche Definition versteht unter Fetischismus ja etwas anderes, eher eine Neigung, eine Vorliebe. Wenn ich also keinen anderen Fetisch finden sollte, der zu mir passt, kann ich immer noch Busenfetischist sein. Ach, und Haarfetischist. Glänzenden langen Haaren kann ich nämlich auch kaum widerstehen! Interessant war für mich übrigens, dass jeder Körperteil ein Fetisch werden kann. Beim Hintern kann ich das noch gut verstehen, auch bei Füßen und meinetwegen bei Ohren. Aber Achselhöhlen? Danke, nichts für mich.

Lack, Leder und Gummi

Personen in brutal engen, möglicherweise auch Kopf und Gesicht bedeckenden Latexanzügen, das war das Erste, das mir zu „Lack und Leder“ eingefallen ist. Auch da stellte ich sehr schnell fest: Die Wirklichkeit ist viel, viel komplexer. Und bei Weitem nicht alles davon sieht sofort nach Fetisch aus. Ob ich meine Liebste zu diesen Stiefeln überreden könnte, die bis über die Oberschenkel gehen? Oder zu dem Lederkorsett mit den Nieten? Auch bei Materialien gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Auch Seide, Pelze oder Wolle können Fetische sein. Warum muss ich dabei gerade an Uromas kratzige Woll-Unterwäsche denken? 😉

Mein Fazit

Ich fürchte, ich bin ganz einfach nicht der Typ für einen ausgeprägten Fetisch. Aber meine kleine Recherche hat mir zwei Dinge gebracht: erstens viel mehr Verständnis für unterschiedliche Neigungen. Und zweitens ein paar anregende Fantasien, die ich so bald wie möglich ausprobieren werde!

Schreibe einen Kommentar